Barock (1600-1720)
Wortbedeutung
Das Wort Barock wurde geprägt von dem portugiesischen Wort „barocco“, was soviel bedeutet wie „seltsam geformte, schiefrunde Perle“.
Im 18. Jahrhundert in Frankreich (baroque) wurde es gebraucht um Kunstformen zu bezeichnen, die untypisch für den klassizischten Geschmack der Franzosen war. Vorerst war der Begriff Barock also abwertend.
Einführung
Als treibende Kräfte des Zeitalters des Barocks kann man drei wesentliche Instanzen bestimmen: Der Absolutismus, die Kirche und die Antike.
Die Schlösser des Barocks bzw. des Absolutismus waren überwältigend, groß, ausladend und pompös geschmückt. Im Vordergrund stand bei ihnen die Repräsentation der fürstlichen Macht, deren Zentrum es meistens war. Gewaltige Garten- bzw. Parkanlagen und ausschweifende Feste unterstrichen diese Darstellung. Neben unzähligen Bediensteten, wie den Kapellmeister oder den Hofmaler, gehörte auch der Schriftsteller zum „Inventar“ des Hofes. Daher schrieben die meisten Poeten dieser Zeit im Auftrag von Fürsten und Adligen, von welchen sie auch ihren Lebensunterhalt erhielten. Dementsprechend richteten sich die Werke der Schriftsteller nach den Geschmäckern des Herrschers und waren daher oft Gedichte oder Romane zur Unterhaltung oder Theaterstücke bzw. kürzere Szenen, anlässlich einer Feier oder einer siegreichen Rückkehr aus einer Schlacht.
Neben den weltlichen Fürsten, zählte aber auch die Kirche zu einem bedeutsamen Auftraggeber. Vor allem die katholische Kirche, die durch die Reformation im Jahre 1517 an Boden verlor, nutzte die Werke der Schriftsteller für ihre Gegenreformation. Auch der Baustil von Kirchen im Barock näherten sich immer mehr den Baustil herrschaftlicher Residenzen an. Mamorsäulen,kunstvolle Ausschmückungen wie Deckenmalerei und Bildhauerei, sowie intensive Farben und gestaltete Fenster, sollten den Gläubigen von der Macht und Größe der katholischen Kirche überzeugen. Geistiges Gedankengut sollte in Form von Gedichten, Liedern oder auch Schauspielen, wie zum Beispiel das Jesuitendrama, an das einfache Volk weitergetragen werden.
Insbesondere durch Tod und Zerstörung, welche durch den Dreißigjährigen Krieg (1818-1848) über Deutschland gebracht wurde, gewannen diese religiöse Dogmen wieder eine große Anhängerschaft.
Neben den beiden genannten Auftraggebern, trat im Barock erstmals auch das Bürgertum als Auftraggeber literarischer Werke auf.
Als dritte bestimmende Kraft des Barocks gilt die Antike.
Antike Schriftsteller, wie z.B. Homer, Aristoteles, Ovid, Vergil, Horaz oder Seneca und deren Werke prägten nachhaltig die Literatur des Barocks. Da die Epoche der Renaissance als die „Wiedergeburt der Antike“ verstanden wird, kamen auch aus dieser Zeit Vorbilder für Autoren des Barocks. Man übernahm Regeln und Normen der Literatur, die durch antike Schriften geformt wurden und versuchte Werke zu schaffen, die mit denen der Antike verglichen werden einen Dichter galt es als höchste Ehre, wenn er etwa als der "Deutsche Horaz" bezeichnet wurde. Dabei kam es allerdings öfter zu Widersprüchen, da die Antike heidnisch bzw. polytheisisch war und mit ihrer sinnesfrohen, lebenslustigen Weltanschauung im christlichen Sinne als „sündhaft“ und „unmoralisch“ galt. Während man in der Antike im hier und jetzt seine Freude am Leben zelebrierte, galt in der christlichen Religion das Leben als Bewährungsprüfung, als Leidensweg, den man, zielgerichtet zum Jenseits, reumütig bestreiten sollte. Vieles was in der Antike gelebt wurde, war durch den christlichen Glauben verboten oder verwerflich. Trotzdem standen sich eine religiöse Einstellung und die heidnisch-antike Lebensweisheit, bei barocken Werken oft direkt gegenüber.
„http://www.pohlw.de/literatur/epochen/barock.htm“
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