Literatur & Literaturgeschichte
- zusammengefasst & zitiert nach „Duden - Literatur (Schülerwissen)“ -
Um sich in folgenden Abschnitten ausführlich und angemessen mit den verschiedenen Epochen und deren geschichtlichen Hintergründen, bedeutendsten Autoren und berühmtesten Werken auseinandersetzen zu können, ist es von höchster Wichtigkeit, zu aller erst zu verstehen, was mit den Begriffen Literatur und Literaturgeschichte im Allgemeinen gemeint ist.
Als Literaturgeschichte wird im Allgemeinen der zeitliche Verlauf von National- oder Weltliteraturen bezeichnet. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff die Geschichte der Epochen, Autoren und Werke einer Nationalliteratur.
Die Literatur selber bezeichnet eine Art kollektive Gedächtnis einer Nation. Es ist die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ist nicht zu trennen von Sprach- und Kulturgeschichte sowie der politischen Geschichte eines Landes.
Mittels ideen-, geistes-, kultur- oder sozialgeschichtlicher Perspektive kann das Menschenbild einer Epoche, können die Werte und Vorstellungen einer Gesellschaft erschlossen werden. Der Literaturhistoriker hat so die Möglichkeit der Interpretation der Literatur. Die Literaturgeschichte ist immer auch der Schlüssel zur Gesellschaftsgeschichte.
Um Literatur zeitlich in die Geschichte der Nationen eingliedern zu können, benutzt man den Epochenbegriff. Dieser wird seit dem 18. Jahrhundert sehr unterschiedlich interpretiert: Sah man die Epoche zunächst im Kontext literarischer Strömungen, Richtungen und Gruppierungen, ging man später dazu über, die Literatur hinsichtlich der Dichtungsauffassung, Stoffwahl und Formensprache zu untersuchen.
Im 19. Jahrhundert wurde die literarische Entwicklung als Geschichte der geistigen und kulturellen Entfaltung einer Nation verstanden. Man betrachtete einzelne Epochen, die man als geistige, kulturelle oder auch weltanschauliche Einheiten empfand.
Seit Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts werden Epochen verstärkt als Erscheinungsform ökonomischer, politischer und sozialer Entwicklungen verstanden. Das seit dem 18. Jahrhundert und vor allem seit der Moderne verschiedene Richtungen und Strömungen nebeneinander existieren, wird zwar im Folgenden der Epochenbegriff verwendet, jedoch zunehmend unter der Maßgabe eines Jahrhundertüberblicks. Dies trifft vor allem für die jüngere und jüngste Literaturgeschichte zu. Da das 20. Jahrhundert im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs in vier deutsche Literaturen (österreichische, schweizerische, bundesdeutsche und DDR-Literatur) gespalten war, wird eine Zäsur ab 1945 gesetzt.